Die Frankenberger sind sehr bildungshungrig

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FZ-Serie „Unser Frankenberg": Geschäftsstelle der Kreisvolkshochschule in der Königsbergerstraße - Anlaufstelle für Wissbegierige

Frankenberg (md). Wer für den Urlaub Französisch lernen, endlich mit dem Computer zurechtkommen oder sich mit Yoga etwas Gutes tun will, der besucht die Volkshochschule. Das ist schon lange so - und das wird wohl auch so bleiben, schätzt der stellvertretende Leiter der VHS Waldeck-Frankenberg, Harald Schulz. Gerade wurde der heimischen VHS für weitere vier Jahre eine qualitativ hochwertige Weiterbildung attestiert. Ihre Bildungsarbeit ist angelegt auf ein Lernen, das das ganze Leben begleitet, das für alle Menschen zugänglich ist. Und in Frankenberg hat die VHS sogar ein eigenes Haus.

In 13 Schulungsräumen kann die Frankenberger Geschäftsstelle Kurse anbieten, das ist schon etwas Besonderes. Das Haus in der Königsberger Straße 2 war früher die Standortverwaltung der Kaserne, erinnert inzwischen aber kaum noch daran: Derzeit bekommt sie ein neues, freundliches Aussehen; die Decken werden gedämmt, neue Fußböden verlegt und helle Farben an die Wände gebracht, damit sich die Kunden wohl fühlen.

Da die Schulungsräume jedoch längst nicht ausreichen, arbeitet die Frankenberger Geschäftsstelle eng mit anderen Schulen und Organisationen zusammen, erklärt Harald Schulz - große Gruppen finden etwa Platz in den Räumen der Hans-Viessmann-Schule gegenüber oder in anderen Einrichtungen in der Stadt. Außerhalb Frankenbergs, auf dem Lande, werden aber auch vor allem Dorfgemeinschaftshäuser genutzt.

Ein wichtiges Stichwort heißt Erwachsenenbildung - und die soll in großer Bandbreite und möglichst flächendeckend geboten werden, erklärt Harald Schulz auf Nachfrage der FZ. Dafür wurde die Volkshochschule - getragen vom Kreisverband für Erwachsenenbildung Waldeck-Frankenberg - vom Landkreis beauftragt: Sie soll Wissen zugänglich machen für alle Erwachsenen, ungeachtet ihrer Religion, ihrer Herkunft, ihres Alters oder ihres Status.

Neben insgesamt zwölf fest angestellten Pädagogen und Verwaltungskräften in den Geschäftsstellen Korbach und Frankenberg arbeiten über 250 Dozenten freiberuflich für die VHS, die sich zu 51 Prozent selbst finanziert, den Rest tragen der Landkreis und das Land Hessen. Im vergangenen Jahr bot die VHS 933 Kurse an 165 Schulungsstätten mit über 19000 Unterrichtsstunden an und verzeichnete über 9000 Kursbelegungen, zählt Harald Schulz auf - immer kreisweit gezählt, weil die Volkshochschulen der beiden Altkreise seit 1975 eng miteinander verwoben sind und er keine Trennung mehr ausmachen kann. Den Frankenbergern bescheinigt er aber Wissbegier .. Sie sind sehr bildungshungrig. Wir haben hier gute Anmeldungszahlen."

Dabei verändert die VHS ihr Angebot immer wieder. „Wir befinden uns im stetigen Prozess des Prüfens, um offen und aktuell zu bleiben", erklärt Schulz: Nachfrage bestimmt das Angebot. Das Bildungsprogramm orientiert sich am regionalen Bedarf, an den Wünschen der Kunden sowie an zukunftsweisenden und gesellschaftlich relevanten Themen.

"Jeder, der möchte kann uns Vorschläge für Kursangebote machen - und die kommen von Privatleuten ebenso wie auch von Firmen, die sich für ihre Mitarbeiter ein spezielles Angebot wünschen", erklärt Schulz, dass auf Wunsch einer Firma zum Beispiel eigens ein Chinesisch-Kurs angeboten wird.

Zugleich werden inzwischen deutlich weniger Französisch-Kurse angeboten, während die Nachfrage nach Spanisch deutlich angewachsen ist - Spanisch wird als Wirtschaftssprachc immer bedeutender.
Gleichzeitig wahrt die Volkshochschule aber auch ein großes Maß an Kontinuität in ihren Angeboten - denn vor allem in kleineren Gemeinden nutzen Menschen einen bestimmten Kurs über viele Jahre hinweg.

Die meisten Kurse werden angeboten unter dem Titel Gesundheit - da seien vor allem die Yoga-Kurse sehr bedeutend. Der zweite klassische Bereich liegt bei den Sprachen, gefolgt von Kultur-Angeboten wie Knigge für Azubis, Tänze oder Kunst, gefolgt von PC-Kursen, wobei der Schwerpunkt bei Anfängerkursen liege. „Da gibt es vor allem bei den über 50-Jährigen, die noch bis zum 67. Lebensjahr im Beruf stehen müssen, einen hohen Qualifikationsbedarf, erklärt Schulz: Wir behalten die demografische Entwicklung im Auge." Des Weiteren hat sich die VHS auf Studienreisen und die Abnahme von Prüfungen verlagert - nimmt etwa den Einbürgerungstest ab, bietet aber auch Kurse in praktischen Fragen wie Recht und Finanzen.

Immer stärker werde das Beratungsangebot angenommen, sagt Schulz. Weil die Arbeitswelt zunehmend Flexibilität verlange, sei es immer wichtiger für die Kunden der VHS, auch wirklich den richtigen Kurs zu wählen - möglichst zeitsparend und zielgerichtet an Wissen zu gelangen.

Quelle: FZ im Mai 2009

 

Letzte Änderung am: 16.06.2009 um 09:37:58


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