Erster Einbürgerungstest im Landkreis Waldeck-Frankenberg

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„Manche Fragen waren zum Schmunzeln"

Erster Einbürgerungstest im Landkreis-Schweizer, Franzosen und Holländer wollen Deutsche werden

Korbach (den). Nach 15 Minuten öffnet sich die große Holztür wieder. Die ersten Bewerber für den deutschen Pass haben den Einbürgerungstest hinter sich gebracht - den ersten im Landkreis.

Auf dem langen Flur in der alten Alten Landesschule verraten die knarzenden Holzbohlen am Samstagmorgen verlässlich, wenn wieder einer der Prüflinge fertig geworden ist. Hinter der Tür im großen Versammlungsraum herrscht jedoch absolute Stille. Wilma Wendel und Manfred Mengel von der Volkshochschule nehmen hier gerade den ersten Einbürgerungstest im Landkreis (siehe Hintergrund) ab - im Auftrag des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

25 (noch) ausländische Damen und Herren hatten sich zur Prüfung angemeldet, 24 von ihnen sitzen nun hier. „Eine der Damen hat uns schon vorher gesagt, dass sie große Prüfungsangst hat", berichtet Mengel. Dabei wäre die große Aufregung kaum nötig gewesen - meint zumindest eine der Teilnehmerinnen am Ende.

„Wer regelmäßig Nachrichten schaut, der besteht auch den Test", vermutet die gebürtige Polin. „Manche der Fragen waren schon ein wenig zum Schmunzeln", lächelt sie. Etwa zu welcher Zeit in Deutschland Masken und Kostüme getragen oder wie die vier Wochen vor Weihnachten genannt werden.
Die Dame wohnt bereits seit 18 Jahren in Deutschland - die Hürde Einbürgerungstest ist für sie leicht überspringbar. Andere stehen vor einer größeren Herausforderung. Aber machbar ist das Projekt Einbürgerung allemal. „Exotische" Herkunftsländer sind an diesem Tag eher selten. Niederländer, Franzosen, Schweizer und eben Polen sind es vor allem, die Deutsche werden wollen. Acht der Teilnehmer haben sich gesondert zu einem Vorbereitungskurs angemeldet. „Der wird dann auch sehr ernst genommen", berichtet Mengel.

Nach knapp einer Stunde haben die Anwesenden schließlich alle Fragen beantwortet. Nun müssen sie Geduld beweisen. Denn die Auswertung nimmt das BAMF vor, das für jeden Teilnehmer einen eigenen Fragebogen entworfen hat. Dessen Mitarbeiter konnten auch auf Nachfrage bisher nicht mitteilen, wie lange diese dauern wird. Ein weiterer Haken: Mengel und seine Kollegin erfahren nicht, wie der Test ausgefallen ist, wer bestanden hat und wer nicht. „Das ist für uns sehr schade, weil wir ja auch wissen möchten, ob alles geklappt hat", bedauert Mengel.


HINTERGRUND

Der Einbürgerungstest

(den). Seit dem 1. September 2008 müssen Einbürgerungsbewerber „Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse in Deutschland" nachweisen. Die Bewerber für den deutschen Pass müssen in 60 Minuten 33 Fragen beantworten, drei davon sind auf
das jeweilige Bundesland zugeschnitten. 17 Antworten müssen am Ende stimmen. Insgesamt besteht ein Katalog mit 310 Fragen. Mithilfe des Tests soll die Einstellung des Bewerbers zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik überprüft werden.

Quelle: WLZ vom 2. Dezember 2008

 

Letzte Änderung am: 02.12.2008 um 09:25:26


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