Schutz der digitalen Identität - auch über den Tod hinaus


Die VHS Waldeck-Frankenberg hatte am Mittwoch, 16.10.2019 zu einem Vortrag „Schutz der digitalen Identität – auch über den Tod hinaus“ eingeladen. Unter der Leitung von Aniane Emde, Kriminaloberkommissarin im Polizeipräsidium Nordhessen in der Abteilung Einsatz – E4 Prävention, fand der Infoabend im Foyer der Hans-Viessmann-Schule in Frankenberg statt. Matthias Bank (stv. Schulleiter) und Manuel Wolf (stv. vhs-Leiter) begrüßten rund 120 Teilnehmer*innen, davon viele Schüler, Lehrer, Polizeibeamte und Besucher. Multimedial wurden viele Begriffe wie Brute-Force-Angriffe, Phishing-Mails, Ransomware erklärt sowie praktische Bezüge hergestellt. Bei einem Brute-Force-Angriff handelt es sich um eine Methode, die versucht, Passwörter oder Schlüssel durch automatisiertes, wahlloses Ausprobieren herauszufinden. Bester Schutz: ein sicheres Passwort. Frau Emde gab Tipps für sichere Passwörter und nannte viele hilfreiche Internetlinks. Insbesondere mit sogenannten Phishing-Mails wird mit täuschend echt aussehenden E-Mails versucht, an die Passwörter von Online-Diensten heranzukommen. Dazu wird der Benutzer meist unter Druck gesetzt mit Anfragen „Bitte loggen Sie sich mit beiliegendem Link ein (…) ansonsten wird Ihr Account gelöscht.“ Dabei zielen Betrüger darauf ab, an echte Daten z. B. für Onlinebanking oder Onlineshops heranzukommen, um diese dann selbst zu missbrauchen, oder die erbeuteten Daten im Darknet zu verkaufen. Stark verbreitet hat sich die Verteilung von Schadsoftware in Form von Ransomware. Ransomware ist eine bestimmte Art von Trojanern/Schadsoftware, welche darauf zielt, die Daten eines Nutzers so zu verschlüsseln, dass der Nutzer nur nach einer Lösegeld-Zahlung wieder auf seine Daten zurückgreifen kann. Andere Begriffe für Ransomware sind Erpressungstrojaner, Lösegeldtrojaner, Kryptotrojaner oder Verschlüsselungstrojaner. Häufig wurde diese Schadsoftware in realistisch gestalteten Bewerbungs-E-Mails versteckt. Dazu wird einer E-Mail z. B. eine Word-Datei mit Makros angehangen. Das Makro lädt die Schadsoftware aus dem Internet nach und beginnt, alle verfügbaren Daten zu verschlüsseln. Es kursierten auch schon gefälschte E-Mails, welche vortäuschten, eine Polizei-Vorladung zu sein: „Klicken Sie hier, um die Details Ihrer polizeilichen Vorladung einsehen zu können (…).“ Ganze Firmennetzwerke wurden bereits durch Ransomware tagelang lahmgelegt. Schließlich ging Frau Emde darauf ein, dass die wenigsten Nutzer zu Lebzeiten regeln, was nach ihrem Tod mit den vorhandenen mit Zugängen z. B. von Cloud-Diensten und sozialen Netzwerken passieren soll. Sinnvoll ist es, eine Person des Vertrauens mit allen Aufgaben rund ums digitale Erbe zu betrauen. Es empfiehlt sich daher, zu Lebzeiten eine Vertrauensperson einzubeziehen. Alle Benutzerkonten und Passwörter sollten schriftlich und übersichtlich notiert werden.

 

Unter www.vhs-waldeck-frankenberg.de/fileadmin/user_upload/pdf/Flyer-Vortrag-digitale-Identitaet.pdf

haben wir Ihnen alle wichtigen weiterführenden Informationen zusammengefasst.

 


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